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Bildquelle ZDF Umgebauter Commodore 64: Heimcomputer im "Brotkastendesign 25 Jahre C64 |
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Aufstieg und Niedergang des erfolgreichsten Heimcomputers aller Zeiten von Alfred Krüger und Volker Heil Für viele Nutzer war der C64 der erste Heimcomputer überhaupt. Er wurde weltweit millionenfach verkauft. Anfang September 1982 fand seine US-Markteinführung statt. 2007 feiert der beliebte Heimcomputer der Firma Commodore seinen 25. Geburtstag. 05.09.2007 Mancher Enddreißiger bekommt noch heute glänzende Augen, wenn er an jenen elektronischen "Brotkasten" denkt, der vor nunmehr 25 Jahren im September 1982 auf den Markt geworfen wurde. Sein Name: C64 - der erfolgreichste Heimcomputer aller Zeiten, hergestellt und weltweit vertrieben von der legendären in Toronto, Kanada, gegründeten Firma Commodore Business Machines. Wie die große LiebeComputer für alle Firmengründer Jack Tramiel hatte offenbar das richtige Gespür. Er wollte Computer "for the masses, not for the classes" produzieren - also erschwingliche Computer für die breite Masse und nicht nur für diejenigen herstellen, die Computer aus der Portokasse zahlen können. Tramiel hat dieses Ziel erreicht. Der C64 wurde ein gigantischer Verkaufserfolg und ging weltweit rund 17 Millionen Mal über die Ladentheken. Andere Quellen sprechen gar von 22 Millionen verkauften Heimcomputern im typischen "Brotkastendesign". Der C64 entwickelte sich ohne Anlaufschwierigkeiten vor allem in den USA, Großbritannien und Deutschland zu einem Verkaufsschlager. Er erreichte Mitte der 1980er Jahre einen Marktanteil von rund 75 Prozent. Drei von vier Heimcomputern stammten damals aus dem Hause Commodore - nicht nur wegen des günstigen Preises. In Deutschland kostete der Commodore-Computer rund 650 DM, umgerechnet also gut 320 Euro. Er bewegte sich in einer Preisklasse, die für jedermann erschwinglich war. Der C64 war dennoch kein typischer Billigcomputer mit eingeschränkter Leistung. Auch seine Technik überzeugte. Vor allem seine für damalige Verhältnisse außergewöhnliche Grafikqualität und sein Soundchip sorgten dafür, dass der C64 Konkurrenzprodukten in derselben und sogar in höheren Preisklassen den Rang ablief. Sound und Grafik überzeugen "Der Soundchip 'SID' ist wohl der beste jemals in einen Computer verbaute Klangerzeuger", meint Christian Zahn, Computersammler und Betreiber eines "Virtuellen Computermuseums". "Er hat Filter, die Klänge ermöglichen, die den damals teuer zu kaufenden Profisynthesizern durchaus nahekommen." Innovativ war auch der Grafikchip. Er steuerte Grafikobjekte, so genannte Sprites, selbstständig auf dem Bildschirm. Zusätzliche Rechenleistung musste dafür nicht geopfert werden. Gleichzeitig wurden Kollisionen dieser Sprites überwacht. "Das war ein Novum", sagt Christian Zahn. Die Programmierung von Computerspielen wurde dadurch enorm vereinfacht. Auch mit seinem Arbeitsspeicher von "sagenhaften" 64 Kilobyte konnte der C64 punkten. Der VC 20, das Vorgängermodell aus dem Hause Commodore, hatte es nur auf 5 Kilobyte gebracht, der britische Sinclair Spectrum immerhin schon auf 16 Kilobyte. Zum Vergleich: Für einen heutigen PC, der Windows Vista tauglich sein soll, wird ein Arbeitsspeicher von mindestens 512 Megabyte empfohlen - mehr als das Achttausendfache jenes Speicherplatzes, mit dem der C64 damals auskommen musste. Der stolze Besitzer eines C64 brauchte keinen Monitor. Sein Computer wurde einfach mit der Antennenbuchse des heimischen Fernsehers verbunden - schon konnte es losgehen. Der Bildschirm wurde blau. Der Schriftzug "**** COMMODORE 64 BASIC V2 ****" erschien, darunter die Meldung: "64 K RAM SYSTEM 38911 BASIC BYTES FREE". Der C64 meldete "READY." Der Cursor blinkte. Der Nutzer konnte loslegen. Heimanwender im Visier In den USA wurde der C64 zunächst wie ein reiner Spielecomputer vermarktet. Videospielkonsolen hatten Ende der 1970er Jahre Konjunktur. Konsolenhersteller wie die japanische Firma Sega oder das US-Unternehmen Atari boomten. Sie verkauften ihre "Spielgeräte" über die großen Spielwarenketten. Commodore hatte mit seinem C64 den Heimanwender, also eine ähnliche Käuferschicht im Visier. Was lag da näher, als auch den C64 über große US-Spielwarenketten und Kaufhäuser zu vermarkten? "Diese Kundschaft wurde vom elitären Gehabe der klassischen Computergeschäfte abgeschreckt", sagt Computersammler Zahn. "Aber bei den Ketten gingen sie ein und aus, um die Barbie-Puppen für ihre Kinder zu kaufen. Da konnten sie dann gleich noch für Papi den Heimcomputer mitnehmen." Service, Hilfestellung und Beratung konnte der Käufer in diesen Läden nicht erwarten. Defekte Geräte wurden umgetauscht. Ansonsten musste der Heimanwender sich seine Informationen aus Zeitschriften, Büchern oder von Freunden holen. Buch- und Zeitschriftenverlage reagierten prompt. In der Bundesrepublik wurden etliche Projekte gestartet, die dem C64-Nutzer mit Rat und Tat zur Seite stehen sollten. Das Magazin 64'er etwa richtete sich speziell an Anwender des Commodore-Rechners. Hier wurde der Nutzer mit Tipps und Tricks rund um sein liebstes Spielzeug ausreichend versorgt. Programme zum Abtippen Als besonderes Bonbon wurde in den Computerzeitschriften regelmäßig kostenlose Software veröffentlicht - anfangs nur als seitenlange Programmlistings, die der Nutzer in zeitraubender Fleißarbeit fehlerfrei Zeile für Zeile abtippen und anschließend sichern musste. Gespeichert wurde mit der sogenannten Datasette auf Compact Cassetten oder mit dem Floppy-Laufwerk VC 1541 auf 5,25-Zoll-Disketten. Auch die Zubehörbranche verdiente in den 1980er Jahren kräftig am beliebten Heimcomputer aus dem Hause Commodore mit. Wer etwa den langsamen Datenverkehr zwischen Computer und Floppy beschleunigen, die Geschwindigkeit seines Rechners erhöhen und alle Fähigkeiten des eingebauten Soundchips nutzen wollte, brauchte zusätzliche Hard- und Software, die ihm die Zubehörindustrie gern verkaufte. Besonders eifrige Technik-Freaks bauten ihren "Brotkasten" komplett um und gaben ihm ein völlig neues Aussehen. Produktion wird eingestellt Commodore-Gründer Jack Tramiel verließ das Unternehmen 1984 im Streit. Seine Nachfolger führten die Firma weiter. Bahnbrechende Neuerungen brachten sie nicht mehr hervor. Neue Versionen des C64 unterschieden sich vom Ursprungsmodell allenfalls durch ihre Optik. Auch im Marketing lief vieles schief. Die erfolgsverwöhnten Commodore-Manager kümmerten sich zu wenig um die Vermarktung neuer Computermodelle wie etwa den Amiga, meinen Experten. Der Umsatz mit dem C64 stieg nach dem Mauerfall ab 1990 noch einmal sprunghaft an - ein Strohfeuer, das Commodores wirtschaftlichen Niedergang nicht stoppen konnte. 1994 wurde die Produktion des C64 eingestellt. Ein Kapitel Computergeschichte ging damit zu Ende. Der erfolgreichste Heimcomputer aller Zeiten hatte ausgedient. |
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