Der PC wird 30

Im Januar 1975 begann mit dem "Altair 8800" der Siegeszug des Personal Computers. Allerdings hatte der Altair mit heutigen PCs wenig Ähnlichkeit - statt Bildschirm und Tastatur gab es nur ein paar Kipphebel und Leuchtdioden. Doch begeisterte Bastler stürzten sich auf den Altair - der Markt für Heimcomputer war geboren.

Altair 8800 und ein moderner Handheld Computer © dpa
Altair 8800 und ein moderner Handheld Computer
Eigentlich verkaufte Ed Roberts aus New Mexico Taschenrechner - und das nicht besonders gut. Seine Firma MITS stand kurz vor dem Bankrott, als er auf die Idee kam, mit Hilfe der erst wenige Jahre zuvor entwickelten Mikroprozessoren einen kostengünstigen Rechner zusammenzubasteln, der es mit großen, teuren Rechenmaschinen aufnehmen konnte. 

Leidenschaft und Lötkolben

Der Altair-8800-Bausatz  © dpa
Der Altair-8800-Bausatz
Der Altair 8800 war kein fertiger Rechner, wie er heute in Elektroläden und Supermärkten verkauft wird, sondern nur ein Bastelsatz. Und nach viel Stecken, Schrauben und Löten hatte man als Käufer auch keinen schicken Rechnerturm mit Tastatur und Flachbildschirm vor sich, sondern einen eher unerotischen Kasten mit ein paar Kipphebeln und Leuchtdioden zur Bedienung: Mit acht Kipphebeln konnte man Byte für Byte in die Maschine eingeben, die Datenausgabe erfolgte über die Leuchtdioden. 

Bausatz per Bestellung

Dahinter steckte die erste Rechenmaschine mit einem 8-Bit-Mikroprozessor und 256 Byte Arbeitsspeicher. Nur zum Vergleich: Heute werden die meisten Rechner mit 512 Megabyte Arbeitsspeicher angeboten - das ist etwa zwei Millionen Mal so viel. Doch Roberts konnte mit seinem Bausatz erstmals ein vollständiges "Computer-Kit" anbieten - und das zum damals sensationell günstigen Preis von 397 US-Dollar. Und als die Zeitschrift Popular Electronics in ihrer Januar-Ausgabe 1975 den Altair 8800 auf ihrer Titelseite anpries, prasselten die Bestellungen auf Roberts ein.

Ein erster Auftrag für Microsoft

Unter den ersten Briefen an Ed Roberts war auch ein Angebot von Bill Gates und Paul Allen aus Boston: Sie programmierten in wenigen Monaten einen Basic-Interpreter, die erste Software für den Altair - und gründeten kurz darauf die Firma Microsoft. Auch Anschlüsse für externe Geräte wie Fernseher als Bildschirm oder Tastaturen gab es bald, da der Altair von vorneherein mit einer offenen, erweiterbaren Architektur ausgestattet war.

Vom Fortschritt überholt

Obwohl der Altair sehr erfolgreich war - er wurde über 10.000 Mal verkauft - wurde Ed Roberts mit seiner Erfindung bald vom Markt gedrängt. Immer besser ausgestattete Geräte wurden in den nächsten Monaten entwickelt. Der wirkliche Durchbruch für Heimcomputer gelang allerdings erst 1981 IBM mit dem IBM-PC, gefolgt von dem legendären Commodore C64.

 

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