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Wie viele große Erfindungen hatte auch die E-Mail einen eher unspektakulären Start im Herbst 1971. Nicht einmal ihr Erfinder, der amerikanische Techniker Ray Tomlinson, kann sich daran erinnern, wann genau er die erste elektronische Post verschickt hat. Geschweige denn, an wen sie ging oder worum es ging. „Ich habe keine Ahnung, was die erste E-Mail war“, sagt Tomlinson. „Es könnte die erste Zeile aus (US-Präsident) Lincolns Rede in Gettysburg gewesen sein. Alles was ich weiß, ist, dass alles groß geschrieben war“, sagt er. Trotzdem steht der Techniker als „Vater der E-Mail“ nun im Rampenlicht und muss unzählige Fragen über das Computer-Programm beantworten, das er vor dreißig Jahren schrieb.
"Keine Glanzleistung" |
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Tomlinson löste das Problem, indem er vom Computer unabhängige persönliche Mailboxen entwickelte. Sie konnten über ein Computer-Netzwerk Nachrichten senden und empfangen. Außerdem führte er das “@“-Zeichen ein. Es garantiert, dass eine Nachricht zu einem ganz bestimmten Empfänger gelangt. Das Endprodukt, sagt Tomlinson, sei lediglich eine Kombination der beiden bekannten Programme gewesen. Es ermöglichte jedoch, erstmals eine Nachricht an einen ganz bestimmten Nutzer und an jeden beliebigen Computer zu senden. Einzige Bedingung: Der Computer musste an das so genannte ARPA-Netz angeschlossen sein, den vom US-Verteidigungsministerium entwickelten Vorläufer des heutigen Internets. Nicht mehr wegzudenken |
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Der heutige Erfolg der E-Mail war im Herbst 1971 noch nicht absehbar. Tomlinsons Erfindung machte damals nur wenig Schlagzeilen. Der Grund: Es habe damals nur einige hundert Nutzer des ARPA-Netzes gegeben, die das neue E-Mail-Programm verwenden konnten, sagt er. Zudem war die schnellste Verbindung ungefähr zweihundert Mal so langsam wie die heutige Standard-Geschwindigkeit eines Modems. Es dauerte, bis sich das Vertrauen aufbaute Bernhard Warner, Reuters |
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