| Ab und an berichten
Funk und Fernsehen darüber, dass es eine neue
Computer-Sicherheitslücke gibt. Was hat es mit
solchen Sicherheitslücken auf sich, und wie können
Sie sich besser vor den daraus potenziell
entstehenden Risiken schützen? „Im Produkt XY ist
eine neue Sicherheitslücke entdeckt worden, die zu Z
führen kann. Der Hersteller rät dazu, den
zugehörigen Patch von seiner Website herunterzuladen
und auf dem Computer einzuspielen.“ So oder ähnlich
lauten Meldungen, die ab und an in den stündlichen
Radio-News oder den abendlichen Fernsehnachrichten
zu hören sind.
Wie kommen solche Sicherheitslücken eigentlich
zustande? Vereinfacht ausgedrückt, entstehen diese
durch Fehler im betreffenden Programm. Das tückische
dabei ist, dass diese Programmfehler im normalen
Betrieb in der Regel nicht festzustellen sind und
daher vom Hersteller der Software nicht bereits im
Vorfeld beseitigt worden sind. Vereinzelt sind diese
Schwachstellen nur in bestimmten, nicht aber in
allen Systemkonfigurationen vorhanden, was es
nochmals schwerer macht, ihnen systematisch auf die
Schliche zu kommen.
Hacker, Cracker oder andere Computergauner
probieren nun, derlei Programmfehler im Betriebs-
system, im Webbrowser, in Anwendungen wie der
Textverarbeitung oder Dokumenten wie Bilddateien
durch Ausprobieren bewusst zu provozieren. Gelingt
dies, ist eine Sicherheitslücke gefunden, die sich
für subversive Zwecke auszunutzen lässt (daher
spricht man auch von einem „Exploit“, von dem
englischen Verb „to exploit“ für „ausnutzen“). Dazu
überhäufen die Übeltäter das System massenhaft mit
unge- wöhnlichen Anfragen oder versuchen, dem
Computer präparierte Daten unterzuschieben, die
nicht der Norm entsprechen und ihn daher aus dem
Tritt bringen.
Auswirkungen
Die Folgen eines Exploits davon können stark
variieren: Manchmal quittiert lediglich ein
bestimmtes Programm auf dem Computer den Dienst (in
diesem Fall handelt es sich um eine „DoS“- bzw. „Denial-of-Service"
-Attacke). Die Auswirkungen daraus sind eher gering
und können sich zum Beispiel durch instabiles
Systemverhalten äußern. Kritisch hingegen wird es,
wenn es einem Angreifer gelingt, durch die
Ausnutzung einer Sicherheitslücke derart weit in den
Computer einzudringen, dass er die voll- ständige
Kontrolle über das betroffene System erlangt. Nun
könnte er Schadsoftware einschleusen und auf dem
System zur Ausführung bringen.
Keineswegs sind von Sicherheitslücken nur
bestimmte Computer betroffen. Statistiken des unab-
hängigen Sicherheitsunternehmens
Secunia belegen klar: Sicherheitslücken stellen
eine Heraus- forderung dar, mit der die gesamte
IT-Industrie konfrontiert wird – quer über alle
Plattformen, Betriebssysteme und Applikationen
hinweg. Von Sicherheitslücken sind demzufolge
Produkte von unterschiedlichsten Herstellern
betroffen. Dabei sind Sicherheitslücken nicht auf
PCs begrenzt: Vereinzelt treten solche Probleme zum
Beispiel auch bei DSL-Routern auf. Vor rund zwei
Jahren sorgten zudem Berichte über Sicherheitslücken
bei Bluetooth-Handys für Aufsehen. Glaubt man
Experten, sind Schwachstellen auch in neueren
Modellen noch zu finden, sodass selbst aktuelle
Handys anfällig für entsprechende Angriffe sind (ist
Ihr Mobiltelefon ebenfalls mit einer Unterstützung
für den Bluetooth-Kurzstreckenfunk ausgestattet,
kontaktieren Sie am Besten den Hersteller und fragen
nach, ob es ein Sicherheits-Update gibt).
Online-Kriminelle bedienen sich verschiedener
Wege, um Sicherheitslücken auszunutzen. Ein
Verfahren ist zum Beispiel, eine Website
entsprechend zu präparieren und Benutzer zu ihrem
Besuch zu verlocken. Unbemerkt findet dann ein
Angriff auf den PC und ein Test statt, ob sich dort
die Sicherheitslücke aus- nutzen lässt. Mitunter ist
aber noch nicht einmal aktives Handeln wie der
Besuch einer Website oder das Öffnen einer E-Mail
mit unsichtbarem destruktivem Inhalt erforderlich,
um einem Angriff, der eine bestimmte
Sicherheitslücke auszunutzen versucht, zum Opfer zu
fallen. In Fällen wie beim legendären Sasser-Wurm
reicht es bereits aus, wenn der Computer ungeschützt
über das Netzwerk erreichbar ist. Hierfür kommt
nicht nur das weltweite Internet in Betracht:
Genauso können PCs, die sich im lokalen Netzwerk
befinden, unfreiwillig zu Angreifern werden, die
andere Computer im eigenen LAN attackieren.
Schutzmaßnahmen
Mit geeigneten Maßnahmen können Sie vorbeugen,
damit Ihr Computer Angriffen auf eventuelle
Sicherheitslücken weniger zum Opfer fällt:
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Verwenden Sie eine Firewall auf dem
Computer
Wenn nicht bereits der Fall, sollten Sie
jeden Ihrer Computer mit einer Firewall
ausstatten. Im Lieferumfang von Windows
XP Service Pack 2 zum Beispiel befindet
sich die Windows-Firewall, die
standardmäßig für alle
Netzwerkverbindungen automatisch
eingeschaltet ist. Ob die
Windows-Firewall auf Ihrem PC aktiviert
ist, können Sie leicht feststellen:
Öffnen Sie über Start -> Alle
Programme die Systemsteuerung,
wechseln dort zur klassischen Ansicht
und öffnen Windows-Firewall.
Jetzt öffnet sich ein Fenster, über das
Sie sofort erkennen können, ob die
Windows-Firewall aktiv ist. Falls Sie
eine andere Firewall-Software verwenden,
schauen Sie bitte in der dortigen
Anleitung nach.
Befindet sich Ihr PC gemeinsam mit
anderen Computern in einem lokalen
Netzwerk, reicht es nicht aus, eine
Firewall nur am Internet-Router zu
benutzen. Denn würden die Computer
innerhalb des lokalen Netzwerks ohne
Firewall arbeiten, könnte bereits ein
einziger kompromittierter Computer seine
LAN-Kollegen leicht infizieren.
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Nehmen Sie regelmäßig
Software-Aktualisierungen vor
Microsoft und andere Hersteller
veröffentlichen regelmäßig
Sicherheits-Patches für neu bekannt
gewordene Sicherheitslücken. Spielen Sie
diese Software-Aktualisierungen auf, um
die Schwachstelle im Idealfall zu
beseitigen und Ihren Computer besser vor
den Anfälligkeiten durch die jeweilige
Sicherheitslücke zu schützen.
Mit Windows XP brauchen Sie sich nicht
selbst auf die kontinuierliche Suche
nach neuen Sicherheits-Patches zu
begeben: Dank der der im Betriebssystem
enthaltenen Funktion Automatische
Updates können Sie diese
Routineaufgabe automatisieren.
Regelmäßig schaut Ihr Computer dann im
Internet auf der Website
Microsoft Update nach, ob es neue
Sicherheits-Aktualisierungen für Ihren
Windows XP-PC gibt. Diese können dann
entweder automatisch oder nach
expliziter Bestätigung aufgespielt
werden.

Über die Windows XP-Funktion
Automatische Updates (hier:
Benachrichtigung zum manuellen
Herunterladen) können
Sicherheits-Patches von Microsoft
automatisch per Internet abgerufen und
auf dem PC installiert werden
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Benutzen Sie ein Antivirus-Programm
mit aktuellen Virensignaturen
Zusätzlich sollten Sie ein
Antivirus-Programm auf dem PC
installieren. Damit dieses seine Schutz-
wirkung sinnvoll entfalten kann, ist es
zudem unverzichtbar, dass Sie das
Antivirus-Programm zusammen mit
aktuellen Virensignaturen verwenden.
Diese werden vom jeweiligen Hersteller
per Internet bereitgestellt und
vereinzelt sogar täglich von ihm
aktualisiert. Setzen Sie auf dem PC ein
zeitlich limitiertes Antivirus-Programm
an, bei dem das Update-Abonnement zum
weiteren Bezug neuerer Virensignaturen
ausgelaufen ist, sollten Sie diese
Vereinbarung verlängern oder auf ein
anderes Antivirus-Programm wechseln,
denn: Ein Antivirus-Programm, deren
Virensignaturen schon viele Monate oder
gar Jahre alt sind, bietet nur einen
eingeschränkten Schutz vor
Internet-Schädlingen. |
Mit den oben beschriebenen Maßnahmen können Sie
Ihren PC so konfigurieren, dass dieser erheblich
weniger anfällig für Sicherheitslücken ist. Weitere
Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer sowie der
Online-Sicherheit Ihrer Kinder finden Sie in unseren
Sicherheits-Checklisten .
Begleiterscheinung
Sicherheitslücken sind ein Phänomen, das die
IT-Industrie und Computeranwender auch künftig
begleiten wird. Insbesondere das Internet und die
Vielzahl der Computer, die damit verbunden sind,
tragen dazu bei, dass neu entdeckte
Sicherheitslücken schnell zu einer Bedrohung für
viele Anwender werden können. Umso wichtiger ist es
daher, Sicherheits-Patches zügig einzuspielen, um
selbst bei einem sehr kurzen Risikozeitfenster
(Anzahl der Tage, die von der öffentlichen
Bekanntgabe einer Sicherheitslücke bis zum Auftreten
des ersten Exploits vergehen) gewappnet zu sein.
Eine Reihe von Sicherheitslücken wurde bereits
aufgedeckt und durch Patches, Service-Pack etc.
beseitigt. Wahrscheinlich aber ist: Neue
Sicherheitslücken werden kommen. Dabei gilt: Jede
identifizierte und vom Hersteller geschlossene
Sicherheitslücke stellt eine Gefahr weniger für Ihre
Online-Sicherheit dar. |